Kein Tag wie der andere: mein Praktikum bei Sprachschule Schneider

Im Zuge meines Bachelorstudiums in mehrsprachiger Kommunikation an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) hatte ich im fünften Semester die Gelegenheit ein Praktikumssemester zu absolvieren. Einen Teil dieses Praktikumssemesters durfte ich als Deutsch- und Schweizerdeutschlehrerin an der Sprachschule Schneider absolvieren. Was mich am meisten an meinem Praktikum überraschte, war, wie abwechslungsreich es war. Deshalb nehme ich euch jetzt einen Tag lang mit und lasse euch hinter die Kulissen blicken.
Es ist 06:00 Uhr, draussen zwitschern munter die Vögel und die Sonne geht gerade auf. Ich schäle mich aus meinem Bett, springe unter die Dusche und als ich mich endlich angezogen habe, trinke ich gemütlich einen Kaffee auf dem Balkon und schaue dem Tag beim Erwachen zu. Ein kurzer Blick auf die Uhr, ich schnappe meine Sachen und mache mich auf den Weg zu meinem Praktikumsplatz in Zürich Altstetten an der Sprachschule Schneider.

Neuer Standort der Sprachschule Schneider: Badenerstr. 571. 8048 Zürich
Meine erste Lektion beginnt zwar erst um 08:00 Uhr, aber ich schätze es sehr, schon früher dort zu sein. Zuerst führt mich mein Weg in das leere Lehrer:innenzimmer, wo ich mir noch einen Kaffee zubereite und dann ins Unterrichtszimmer weitergehe. Es ist schon wieder sommerlich warm, deshalb lüfte ich zuerst das Klassenzimmer, dann schreibe ich die Lernziele der Lektion an die Tafel und bereite meinen Platz vor. Ich gehe noch ein letztes Mal meinen Lektionsplan durch und mache mir bei Unsicherheiten Notizen. Denn diese kann ich beim nächsten Austausch mit meiner Mentorin, einer sehr erfahrenen Lehrerin, besprechen.
Inzwischen ist es 07:45 Uhr und eine weitere Lehrerin ist gerade an der Schule angekommen, wünscht mir fröhlich einen guten Morgen und fragt mich, ob ich noch Zeit für einen kurzen Schwatz im Lehrer:innenzimmer habe. Ich nehme das Angebot sehr gerne an und geniesse den Austausch mit dieser routinierten und motivierten Lehrerperson. Im Lehrerzimmer angekommen, zeigt sie mir ihre Materialsammlung für spielerische Unterrichtseinheiten: Einen grossen Schaumstoffwürfel, um das Vokabular zu trainieren, einen Rätselblock für den Einstieg ins Niveau A1 und viele weitere spannende Dinge.
Es ist 07:59 Uhr, ich gehe in mein Klassenzimmer und warte auf meine Schülerin. Mit einigen Minuten Verspätung starten wir die Stunde, heute steht das Thema «Infinitivsätze mit um … zu» auf dem Programm. Wie immer vergeht die Stunde wie im Fluge und schon bald zeigt die Uhr 09:00 Uhr und ich beende den Unterricht zufrieden. Ich wische die Wandtafel sauber, packe meine Sachen und wechsle auf dem Weg raus noch ein paar Worte mit dem äusserst freundlichen und hilfsbereiten Team am Empfang. Inzwischen ist es schon richtig warm, ich verlasse das grosse, heimelige Gebäude an der Badenerstrasse, kaufe im Coop nebenan noch eine Schale frische Erdbeeren und mache auf den Weg zu einem nahegelegenen Park.
Vorbereitung ist das A und O
Dort setze ich mich auf eine Bank, geniesse die warme, satte Sonne und bereite mich auf den kommenden Konversationskurs vor. Dafür verfasse ich eine Liste mit gängigen Helvetismen und ihren hochdeutschen Pendants und finde beim Recherchieren noch einen aktuellen Artikel in der Aargauer Zeitung, den ich dem Niveau entsprechend aufbereite. Meine Gedanken schweifen langsam ab, und ich lasse die vergangenen Wochen noch mal Revue passieren: Ich bin inzwischen seit sechs Wochen an der Sprachschule Schneider, der «führenden Sprachschule für Private und Firmen in Zürich» angestellt, wobei ich als Praktikantin 150 Stunden Unterrichtserfahrung sammeln darf. Die letzten Wochen waren sehr aufregend. Seit meinem Bewerbungsgespräch mit dem äusserst sympathischen Schulleiter ist alles sehr schnell gegangen. Ich hatte sowohl eine administrative als auch eine didaktische Einführung und durfte dann schon gleich meinen ersten Kurs übernehmen.
Ich hatte bereits in der Vergangenheit Unterrichtserfahrung gesammelt, was mir die Herausforderung natürlich erleichterte, da ich auf Erfahrungswerte zurückgreifen konnte. Doch auch die Grammatik- und Textanalysekurse sowie das Fach interkulturelle Kompetenzen an der ZHAW waren eine gute Vorbereitung für dieses Praktikum. Erstere Kurse sensibilisierten mich für die Feinheiten der deutschen Sprache und gaben mir Sicherheit mit meinen eigenen Sprachkenntnissen. Letzterer Kurs war besonders wertvoll für den Umgang mit meinen Schüler:innen, die alle einen anderen kulturellen Hintergrund hatten. Jetzt, an der Sprachschule Schneider, werde ich von einer Mentorin begleitet. Sie ist eine sehr erfahrene Lehrerin, die mich bei allen Unsicherheiten unterstützt, mir mit Rat und Tat zur Seite steht und auch die Evaluationen meines Unterrichts vornimmt.
Doch genug taggeträumt! Ich habe noch einen inhouse Konversationskurs vor mir. Ich schnappe meine Tasche und schlendere zur Tramhaltestelle. Heute läuft alles perfekt, ich komme zur gleichen Zeit wie das Tram dort an und bin schon wieder unterwegs. Einige Haltestellen später steige ich aus und staune (wie jedes Mal) ab dem imposanten Gebäude dieser Firma. Ich trinke noch kurz einen Schluck Wasser und betrete den grossen, eleganten Empfangsbereich. Sogleich werde ich von einer schick gekleideten Empfangsdame in den entsprechenden Meetingraum geführt. Dort wird mir ein eiskaltes Wasser angeboten und ich lasse mich in den schweren Sessel gleiten. Ein letztes Mal gehe ich die Stunde und meine Notizen dazu durch, dann ist auch schon 12:00 Uhr und der Kurs beginnt.
Dieser Kurs ist für mich recht anspruchsvoll zu unterrichten, denn es ist immer eine Gratwanderung. Zwar ist es sehr wichtig, eine angenehme Unterrichtsatmosphäre zu schaffen, in der sich alle wohlfühlen und gleichzeitig muss ich Fehler laufend korrigieren, damit die Schüler etwas lernen. Da empfinde ich es als schwierig, eine gute Balance zu finden und diese auch zu halten. Doch auch diese anderthalb Stunden vergehen unglaublich schnell und schon bald kann mich auf den Nachhauseweg machen.
Schweizerdeutsch als Unterrichtssprache
Um ca. 14:30 Uhr komme ich wieder in meinen eigenen vier Wänden an, ziehe mich um und gönne mir eine Pause. Dann schnappe ich meinen Laptop, sitze auf meinem Balkon in die Sonne und mache mich an die Vorbereitungen für meine Abendlektion. Dort steht nämlich noch ein Schweizerdeutschkurs auf dem Programm – mein persönliches Highlight. Denn die Schweizerdeutschkurse sind unglaublich individuell und die Schüler sind meist sehr locker drauf, denn sie haben meist schon ein gutes Hochdeutschniveau und möchten sich mit dem Schweizerdeutschkurs noch intensiver mit der Schweizer Sprache und Kultur auseinandersetzen. Heute bereite ich für den Kurs neben einem Hör- und einem Leseverstehen auch Redewendungen vor.
Die Sprachschule Schneider hat mir Zugriff auf bewährtes Unterrichtsmaterial gegeben, das ich sehr gerne als Inspiration verwende. So auch für diese Stunde. Denn ich versuche den Unterricht meist so locker wie möglich zu gestalten und werde in der kommenden Lektion die Redewendungen mithilfe von Bildrätseln einführen. Der Tag neigt sich langsam dem Ende zu und pünktlich um 18:00 Uhr können wir mit unserer Onlinelektion starten. Die Redewendungen sind ein Hit und kommen super an, was mich natürlich sehr freut. Um 19:30 Uhr klappe ich müde meinen Laptop zu, jetzt noch eine Kleinigkeit essen und dann ist Feierabend. Ich freue mich schon auf den morgigen Tag mit all seinen Herausforderungen!
Die Sprachschule Schneider ist ein toller Praktikumsgeber! Ich wurde von einem motivierten, positiven Team unterstützt und konnte in diesem Rahmen unglaublich viele neue Eindrücke sammeln, es wurde definitiv nie langweilig. Ich kann jeder Person, deren Herz für Sprachen, Menschen und Kulturen schlägt, ein Praktikum als Sprachlehrperson (natürlich besonders bei der Sprachschule Schneider ?) wärmstens empfehlen.
